Der Februar 2010 fiel im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961-1990 wie im Vorjahr ein klein wenig zu kühl aus. Die Durchschnittstemperatur lag bei 0,4 °C und damit 0,3 Grad unter dem Schnitt. Bis auf die letzten Tage des Monats herrschte durchgehend hohe Schneebedeckung. Dies zeigt zusammen mit sechs Eistagen und 21 Frosttagen an, dass der Februar ein richtiger Wintermonat war. Der Höchstwert der Temperatur wurde am 28. mit 16,3 °C erreicht, das Minimum lag am 16. bei –10,3 °C. Es fielen 87 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was genau dem vieljährigen Februarmittels entspricht. Der Luftdruck schwankte in einer Bandbreite zwischen 989 und 1018 Hektopascal (hPa) wobei es zwischen dem 13. und dem 17. mit dem Luftdruck steil bergab ging.
Wilder Wind aus westlichen Richtungen, garniert mit einer zwölf Zentimeter dicken Pulverneuschneeauflage war das Mittagsmenü des 1. Februar 2010, frostige Temperaturwerte inbegriffen. Mit dem Losspruch >>Wenns an Maria Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.<< starteten wir bei aufgelockerter Bewölkung und -2 °C in den 2. Februar. Tagsüber stieg das Thermometer über die Nullgradgrenze und zum Abend hin erreichten uns die Ausläufer von Lichtmesstief Miriam mit viel Wind, Schneefall auf den Höhen und Schneeregen im Tal.
02.02.2010: Lindersthütte
Bei knapp über 1 °C blieb es tags darauf windig. Aus Westen zog ein in Ostwestrichtung lang gestrecktes Niederschlagsband in seiner vollen Ausdehnung über uns hinweg. Es brachte im Laufe des Tages im Tal insgesamt 42 mm Regen und Toastbrotschnee vorbei. Dank der guten Speicherkapazität des vorhandenen Pulverschnees stieg der Murrpegel nur leicht an. Nach dem Niederschlagsereignis fanden sich im Tal noch 15-20 cm Nassschnee, im Murrhardter Bergland betrug die Schneehöhe noch zirka 35 cm.
04.02.2010: Noch über 30 cm schwerer Schnee auf den Höhen
Am ersten Februarwochenende wussten wir nur aus eigener Erfahrung, dass es die Sonne gibt, denn blicken ließ sie sich nicht, sondern blieb bei etwa 1 °C hinter dichtem Hochnebel verborgen.
07.02.2010: Nebelgrauer Sonntag
Was sich am Sonntag durch Drehen des Windes von West auf Ost angedeutet hatte, manifestierte sich zu Beginn der zweiten Februarwoche. Der Atlantik, der in den zurückliegenden sechs Tagen das Regiment in der Wetterküche hatte, gab den Kochlöffel wieder an das altbekannte eurasische Wetterbollwerk ab. In der Folge floss mehr und mehr kalte Sibirienluft bis in unsere Gegend und bescherte uns einen Eistag nach dem anderen. Ab Wochenmitte gesellte sich zu der Kaltluft bei nach wie vor grauem Himmel leichter Schneefall, der ab dem Schmotzigen Donnerstag (11.) bei frostigen -7 °C intensiver wurde.
10.02.2010: Neuschneebedeckte Straßen morgens um sechs
Auch am Freitag ging es bei einem Temperaturschnitt von -4 °C mit leichten Schneefällen weiter, die sich bis zum Abend im Tal auf 18 Zentimeter Neuschneeauflage summiert hatten. Am Samstag des Nachtfaschingsumzugs (13.) blieb es beim gewohnten Bild. Grauer Himmel und Geflöck von oben waren unsere Begleiter.
13.02.2010: Frische Holzernte auf dem Hoblersberg
Das Faschingswochenende ging weiterhin frostig über die Bühne, leichter Neuschnee inklusiv. Am Faschingsdienstag (16.) ließ sich die Sonne nach vielen Wochen noch einmal einen ganzen Tag über in ihrer vollen Größe blicken. Auch tags darauf am Aschermittwoch war es morgens noch sonnig, bevor am Nachmittag aus Südwesten Wolken aufzogen und am Abend einige nicht messbare Tropen Regen brachten.
17.02.2010: Schlosshof im Dunst
An den Folgetagen ging es mit Nachtfrost und leichten Plusgraden tagsüber weiter. Die Sonne ließ sich ab und zu mal blicken, aber auch aprilwetterartige Schauer zogen mit Graupel und Schneefall über das Land. Am Samstagabend (20.) bekamen die Höhen innerst zwei Stunden noch mal eine sechs Zentimeter dicke Neuschneeauflage verpasst, auch im Tal reichte es kurzfristig für schneebedeckte Straßen.
21.02.2010: Mettelberg
Mit Regen am Morgen, der das Ende des Februarwinters einläutete, und Sonnenschein tagsüber begann die letzte Februarwoche. Am Montag (21.) wurde mit 10,9 °C für dieses Jahr erstmalig ein zweistelliger positiver Temperaturwert gemessen. Durch die Woche ging es mit vereinzelten Schauern, sonnigen Lücken und Tauwetter weiter. Der 24. Februar zeigte sich nach 17 Tagen erstmalig wieder komplett frostfrei.
27.02.2010: Auf dem Riesberg
Bevor der Monat sich verabschiedete hatten wir es am Freitag (26.) mit einem ruppigen Wind aus Westen und einer Schauerlinie am Abend zu tun. Der Samstag war von morgens bis abends endlich noch einmal sonnendurchflutet, das Thermometer stieg am Nachmittag über 15 °C. In der Nacht zum Sonntag setzte Regen ein. Er gehörte zu den Ausläufern von Orkantief Xynthia, das auf seinem Weg von Spanien in Richtung Nordsee im Tagesverlauf auch recht viel böigen Wind mitbrachte. Als der Monat endgültig zu Ende ging war im Tal vom Schnee der vergangenen Wochen nichts mehr zu sehen, auf den Höhen hielt er sich in schattigen Waldlagen noch ein wenig. Die Murr und ihre Nebenbäche hatten die Schmelze gut verkraften können.
28.02.2010: Restschnee in Mannenweiler
Aus meteorologischer Sicht beginnt am 1. März der Frühling. Deshalb werfen wir einen Blick auf den vergangenen Winter. Durch die dauerhafte Schneebedeckung von Anfang Januar bis fast Ende Februar bedingt bleibt uns dieser Winter sicherlich als Großwinter in Erinnerung. Ein Blick auf die nackten Zahlen offenbart folgendes Bild: mit einer Durchschnittstemperatur von -0,2 °C lag der Murrhardter Winter 2009/10 um 0,4 Grad unter dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 (+0.2 °C). Es fielen insgesamt 242 mm Niederschlag pro Quadratmeter. Damit hatten wir ungefähr 80 Prozent des Schnitts zu verzeichnen. 34 trockene Tage im Winter 2009/10 stehen durchschnittlich 39 trockene Tage gegenüber. An 2 Tagen fielen mehr als 20 mm Niederschlag.